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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0006483001 648300 -   € -   €
 
 
 

Linde Kartellstrafe in Brasilien


02.09.2010
Bankhaus Lampe

Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Heiko Feber, bewertet die Aktie von Linde (ISIN DE0006483001 / WKN 648300) unverändert mit dem Rating "kaufen".

Linde sei von der brasilianischen Wettbewerbsbehörde laut Bloomberg mit einer Kartellstrafe in Höhe von 237,68 Mio. BRL (Brasilianischer Real) (ca. 107 Mio. EUR) belegt worden. Weitere betroffene Unternehmen seien Praxair (ISIN US74005P1049 / WKN 884364) (2,22 Mrd. BRL), Air Liquide (ISIN FR0000120073 / WKN 850133) (249,25 Mio. BRL), Air Products (ISIN US0091581068 / WKN 854912) (226,09 Mio. BRL) und IBG (8,46 Mio. BRL).

Den betroffenen Unternehmen werde unter anderem vorgeworfen, seit 2004 Preisabsprachen vorgenommen und Märkte untereinander aufgeteilt zu haben. Die Kartellbehörde habe ihre Untersuchungen in 2003 eingeleitet. Die nun für das Gase-Kartell verhängte Strafe in Höhe von 2,94 Mrd. BRL (ca. 1,32 Mrd. EUR) sei die höchste jemals in Brasilien verhängte Kartellstrafe.


Laut Linde seien bislang keine Rückstellungen für eine mögliche Kartellstrafe gebildet worden. Das Unternehmen wolle zunächst den schriftlichen Bericht mit der Begründung abwarten. Auch sei noch nicht klar, wie die Kartellbehörde zu der Höhe der Strafe gekommen sei (bzw. ob die in dem Bericht genannte Summe die tatsächliche Höhe sei). Insbesondere müsse noch überprüft werden, welche Umsätze die Kartellbehörde für die Bemessung der Strafe zugrunde gelegt habe.

Nach Durchsicht der Unterlagen werde Linde entscheiden, wie weiter vorzugehen sei. Ein Einspruch gegen das Urteil und/oder die Höhe der Strafe erscheine den Analysten durchaus wahrscheinlich. Des Weiteren sei betont worden, dass sich Linde strikt nach dem sog. Code of Ethics verhalte und somit nicht damit rechne, dass es weitere Kartellfälle gebe.

Da es nach Erachten der Analysten unklar sei, ob die Strafe bzw. deren Höhe gerechtfertigt sei, würden sie diese nicht in Form einer Rückstellung in ihren Schätzungen berücksichtigen. Es sollte jedoch im Hinterkopf behalten werden, dass es hierzu kommen könnte und das Ergebnis somit belastet würde. Die oben genannte Höhe der Strafe entspreche etwa 6,6% des von den Analysten für 2010 erwarteten EBIT. Eine derartige Belastung würden die Analysten jedoch als einen Sondereffekt ansehen, der nichts an der operativen Stärke des Unternehmens ändere.

Die Analysten vom Bankhaus Lampe bekräftigen daher ihre Kaufempfehlung für die Aktie von Linde. Das Kursziel werde nach wie vor bei 112,00 EUR gesehen. (Analyse vom 02.09.2010) (02.09.2010/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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