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Inline-Optionsscheine auf Rohöl vorgestellt 01.07.2010
Société Générale
Paris (aktiencheck.de AG) - Die Analysten der Société Générale stellen in ihrer aktuellen Ausgabe von "Investment & Life Rohstoffe" zwei Inline-Optionsscheine (ISIN DE000SG1N2U1/ WKN SG1N2U; ISIN DE000SG1N2W7/ WKN SG1N2W) auf den ICE Brent Future vor.
Die implizite Volatilität sei die für einen Basiswert zukünftig erwartete Schwankungsbreite. Sie werde anhand der Optionsprämien, die für diesen Basiswert gezahlt würden, hergeleitet. An Aktienmärkten sei zumeist zu beobachten, dass mit steigenden Kursen die implizite Volatilität abnehme, während sie bei fallenden Kursen zunehme. Bei vielen Rohstoffen sei dieses Verhältnis zwischen Kurs- und Volatilitätsbewegung nicht zu beobachten. So sei beispielsweise im Mai 2010 sowohl der Goldpreis als auch dessen implizite Volatilität gestiegen.
Dies sei unter anderem damit zu begründen, dass viele Investoren dem starken Anstieg des Goldes nicht getraut und sich mit Put-Optionen gegen einen Einbruch des Goldpreises abgesichert hätten. Dies habe zu einem Anstieg der Optionsprämien und somit zu einem Anstieg der impliziten Volatilität geführt. Im Vergleich zu anderen Rohstoffen gehöre Gold allerdings zu den Rohstoffen mit der geringsten Volatilität.
Anders sehe es bei Rohöl aus. Durch die aktuelle Fördermenge sei das Angebot an Rohöl begrenzt. Es könne jederzeit zu Störungen des Angebots, aber auch der Nachfrage kommen, so dass die Unsicherheit der Marktteilnehmer größer sei. Ein weiterer Einfluss, der bei Aktien nicht in diesem Ausmaß vorkomme, seien saisonale Effekte, die insbesondere durch das Wetter bestimmt würden. Agrarrohstoffe seien während des gesamten Produktionsprozesses Wettereinflüssen ausgesetzt. Dadurch sei die Wahrscheinlichkeit, dass die Ernte geringer oder höher ausfalle als erwartet, größer. Die Abhängigkeit vom Wetter führe zu einer höheren Volatilität bei Agrarrohstoffen als von anderen Rohstoffen, die dem Wetter weniger ausgesetzt seien.
Die höchste Topthema Volatilität unter den Rohstoffen sei allerdings bei Industriemetallen zu beobachten. Hier gebe es gleich mehrere Risikofaktoren, die Kursschwankungen verursachen könnten. Wie bei Rohöl sei auch der Vorrat an Industriemetallen begrenzt. Hinzu komme aber, dass Naturkatastrophen wie Erdbeben oder geopolitische Faktoren einen erheblichen Einfluss auf das Angebot haben könnten. Doch auch die Nachfrage sei bei Industriemetallen alles andere als beständig, wie während der Weltwirtschaftskrise deutlich geworden sei.
Das einfachste und bekannteste Anlageprodukt, um sich Volatilität zu Nutze zu machen, sei das Discount-Zertifikat. Hierbei werde vom Emittenten der Basiswert gekauft und gleichzeitig eine Call-Option verkauft, wodurch eine Optionsprämie vereinnahmt werde, die einen "Discount" auf den eigentlichen Kurs des Rohstoffs ermögliche. Je höher die implizite Volatilität des Rohstoffs sei, desto höher sei der Wert dieser Option und desto größer auch der Discount.
Darüber hinaus gebe es Hebelprodukte, die im besonderen Maße von der Volatilität beeinflusst würden. Mit Inline-Optionsscheinen würden Anleger dann einen Höchstbetrag von 10 Euro ausbezahlt bekommen, wenn weder ein oberes noch ein unteres KO-Level während der Laufzeit verletzt werde. Bei hoher Volatilität sei das Produkt besonders günstig zu erwerben und die Renditen entsprechend hoch. Im Falle eines Volatilitäts-Rückgangs profitiere das Produkt unmittelbar, weil dadurch auch die Wahrscheinlichkeit sinke, dass eines der KO-Levels verletzt werde.
Bei Rohstoffzertifikaten, die über einen Währungsschutz verfügen würden ("Quanto"-Mechanismus), habe die implizite Volatilität des Rohstoffs eine zusätzliche Bedeutung. Die Höhe der Quanto-Gebühr werde durch die Volatilität des Rohstoffs beeinflusst. Je stärker der Rohstoffkurs schwanke, desto teurer sei die Währungsabsicherung. Es werde damit deutlich, dass die implizite Volatilität bei der Anlageentscheidung eine wichtige Rolle spiele und vom Anleger berücksichtigt werden sollte. (Ausgabe 26 vom 30.06.2010) (01.07.2010/oc/a/r)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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