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Zertifikate Anleger glauben weiter an den DAX 25.08.2010
Deutsche Börse AG
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Von einem Auslaufen der Sommerpause ist im Zertifikate-Handel noch nicht viel zu spüren, so die Deutsche Börse AG.
"Es passiert recht wenig", beobachte Marcel Sattler von ICF Kursmakler. Nach Einschätzung von Atakan Sahin von der Baader Bank seien die Umsätze hingegen wieder etwas gestiegen und würden nach den sehr ruhigen Monaten Juni und Juli derzeit auf "durchschnittlichem" Niveau liegen. Der regeste Handel sei, wie immer, bei den DAX-Produkten zu verzeichnen. Laut Sattler seien vor allem Turbo-Produkte beliebt, etwa ein Turbo-Optionsschein (ISIN DE000TB8S4T6/ WKN TB8S4T) von HSBC Trinkaus & Burkhardt auf den Leitindex. "Hier sind viele Zocker im Markt", berichte der Spezialist.
In Sachen DAX überwiege laut Atakan Sahin übrigens der Optimismus, jedenfalls mittelfristig. "Von einem extremen Einbruch gehen die meisten Marktteilnehmer nicht aus, zum Jahresende werden vielmehr DAX-Stände von 6.200 bis 6.400 Punkten erwartet", erkläre der Derivate-Skontroführer. Er bemerke Interesse an Bonus-Zertifikaten, aber auch klassischen Optionsscheinen und Knock-out-Produkten.
Auch bei Einzelwerten, etwa der Deutschen Bank und der Allianz, hätten Investoren Kursrückgänge genutzt und seien long gegangen, wie Sahin melde. "Aufgrund fehlender Unternehmensnachrichten sehen wir bei Einzeltiteln wenig Umsätze", meine hingegen Sattler. Das Put/Call-Verhältnis beim DAX sei mit 0,98 nahezu ausgeglichen, mit einem leichten Überhang der Calls. Eine dünne Mehrheit der kurzfristig orientierten Anleger setze somit auf einen steigenden Bluechip-Index.
Umsatzrenner bei den Anlageprodukten an der Börse Frankfurt seien in den vergangenen zwei Wochen der spreadlose DAX-Indextracker (ISIN DE0007093353/ WKN 709335) der Deutschen Bank, ein EURO STOXX 50-Bonuszertifikat (ISIN DE000DB5PZV3/ WKN DB5PZV) der Deutschen Bank und ein Bonuszertifikat auf die Aktie der BNP Paribas (ISIN DE000TB83Z07/ WKN TB83Z0) gewesen. Bei den Hebelprodukten seien die Volumina bei einem unbegrenzt laufenden, bearishen Knock-out-Schein (ISIN DE000CM0CFT6/ WKN CM0CFT) auf den DAX sowie Puts (ISIN DE000CM0HU86/ WKN CMOHU8; ISIN DE000CG4WDH4/ WKN CG4WDH) auf das deutsche Aktienbarometer besonders hoch gewesen.
Der Goldpreis habe seit Ende Juli wieder gehörig zugelegt auf aktuell 1.230 US-Dollar je Feinunze, mittlerweile sei der Preis von seinem im Juni dieses Jahres erreichten Höchststand nicht mehr weit entfernt. Das verschrecke Investoren aber nicht: Sie würden sich weiter gerne Gold ins Portfolio legen, allerdings meist Xetra-Gold (ISIN DE000A0S9GB0/ WKN A0S9GB). Doch auch in Form von Anlage- und Hebelprodukten bleibe das Edelmetall ein Thema, wie Sahin erkläre: "Es wird offenbar ein weiter steigender Goldpreis erwartet, auch mittelfristig." Die Anleger seien daher long mit Hebel gegangen und hätten zum Beispiel klassische Optionsscheine gekauft.
Nach Einschätzung von Andre Klepping vom Emittenten Vontobel würden auch Aktienanleihen mittlerweile wieder mehr Beachtung finden. "Dabei verzichten Kunden bewusst auf Rendite und fordern einen hohen Risikopuffer", beobachtet Klepping. Sehr gut weggegangen sei etwa eine in der vergangenen Woche emittierte Aktienanleihe (ISIN DE000VT0QJ93/ WKN VTOQJ9) auf Siemens mit dem Markennamen Protect Pro, daneben hätten Anleger auch gerne zu gleichnamigen Indexanleihen (ISIN DE000VT1EUR3/ WKN VT1EUR) auf den EURO STOXX 50 gegriffen.
Ebenfalls viel Aufmerksamkeit erhalte derzeit der Bund-Future, der im Moment auf immer neue Höhen klettere. Wie beim Gold würden die Anleger aber wohl nicht damit rechnen, dass das Ende der Fahnenstange bereits erreicht sei: "Sie setzen auf einen weiteren Anstieg", erkläre Sahin, "und kaufen Optionsscheine und Knock-out-Produkte." Marcel Sattler zufolge habe es rege Umsätze mit Bund-Future-Produkten gegeben, aber nur tageweise, etwa sei ein endlos laufender Turbo-Optionsschein (ISIN DE000DZ62Z44/ WKN DZ62Z4) auf den Euro-Bund-Future zwischenzeitlich viel gehandelt worden.
Beim Euro würden die Höchststände hingegen schon hinter uns liegen, das würden laut Baader Bank jedenfalls viele Anleger meinen und mit klassischen Optionsscheinen oder Knock-out-Zertifikaten auf eine gegenüber dem US-Dollar fallende Gemeinschaftswährung setzen. (25.08.2010/zc/a/a)
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