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Börsen in Europa Schluss: Leichte Verluste, Alcatel-Lucent legen nach Zahlen zweistellig zu


30.07.2010
aktiencheck.de

Zürich (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen sind mit leichten Verlusten ins Wochenende gegangen. Der Dow Jones EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145 / WKN 965814) verlor 0,39 Prozent auf 2.742,14 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 (ISIN EU0009658160 / WKN 965816) büßte 0,43 Prozent auf 2.476,20 Zähler ein. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 (ISIN FR0003502079 / WKN A0C302) gab 0,38 Prozent auf 656,75 Punkte nach.

Auch die europäischen Länderbörsen beendeten den Handelstag durchweg im roten Bereich. Schwach präsentierte sich insbesondere der spanische IBEX 35, der 1,5 Prozent verlor. Der britische FTSE 100 ging mit einem Minus von 1 Prozent aus dem Handel.

Die Arbeitsmarktsituation im Euroraum hat sich im Juni stabilisiert. Dies gab das europäische Statistikamt Eurostat bekannt. In der Eurozone (EZ16) verharrte die saisonbereinigte Arbeitslosenquote bei 10,0 Prozent. Gleichzeitig blieb die Arbeitslosenquote der gesamten Union (EU27) unverändert bei 9,6 Prozent. Wie ferner bekannt wurde, sind die Verbraucherpreise im Juli mit erhöhtem Tempo angestiegen. So zog die jährliche Inflationsrate auf 1,7 Prozent an, während sie im Vormonat nur bei 1,4 Prozent gelegen hatte.

Die Aktie des Netzwerkausrüsters Alcatel-Lucent (ISIN FR0000130007 / WKN 873102) schoss im CAC40 in Paris um 11 Prozent in die Höhe. Wie der Konzern heute erklärte, lag sein Umsatz im zweiten Quartal mit 3,81 Mrd. Euro um 2,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Beim operativen Ergebnis wurde ein Verlust von 45 Mio. Euro verzeichnet, nach einem Minus von 130 Mio. Euro im Vorjahr. Um Einmaleffekte bereinigt, verbuchte Alcatel-Lucent einen operativen Gewinn von 28 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr strebt man eine bereinigte operative Marge von 1 bis 5 Prozent an.

Daneben hat der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS (ISIN NL0000235190 / WKN 938914) seine Geschäftszahlen für das erste Halbjahr auf den Tisch gelegt. Die Erlöse stiegen leicht auf 20,31 Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf 406 Mio. Euro (Vorjahr: 888 Mio. Euro). Dabei hatten unter anderem außergewöhnliche Wechselkurseffekte zu dem Rückgang beigetragen. Dank der höheren Zahl erwarteter Auslieferungen sowie eines Anstiegs der operativen Ertragskraft dürfte EADS im Jahr 2010 ein EBIT vor Einmaleffekten von rund 1,2 Mrd. Euro erreichen. EADS-Aktien gewannen 3,4 Prozent.

Der Versorger Electricité de France (EDF) (ISIN FR0010242511 / WKN A0HG6A) musste im ersten Halbjahr einen deutlichen Ergebnisrückgang verbuchen. Die Umsatzerlöse wuchsen um 7,7 Prozent auf 37,51 Mrd. Euro. Dagegen sank das EBIT um 22 Prozent auf 5,29 Mrd. Euro. Der Nettogewinn schrumpfte um 46,9 Prozent auf 1,66 Mrd. Euro. Der Wert verbesserte sich um 0,5 Prozent vor.

Für Titel des Ölkonzerns Total (ISIN FR0000120271 / WKN 850727) geht es um rund 1 Prozent nach oben. Der Konzern hat im zweiten Quartal angesichts höherer Ölpreise und eines Produktionsanstiegs einen Gewinnzuwachs von 43 Prozent erzielt. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen geschlagen.


Für Anteilscheine von Renault (ISIN FR0000131906 / WKN 893113) ging es um 1,8 Prozent nach oben. Der Automobilhersteller gab bekannt, dass er im ersten Halbjahr einen Gewinn nach einem hohen Vorjahresverlust erwirtschaftet hat, was mit einer Erholung in der weltweiten Automobilindustrie und Kostensenkungen zusammenhängt. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich demnach auf 780 Mio. Euro, gegenüber einem Verlust von 2,73 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 377 Mio. Euro ausgegangen. Der Umsatz nahm um 23 Prozent auf 19,67 Mrd. Euro zu.

Der Reifenhersteller Compagnie Michelin (ISIN FR0000121261 / WKN 850739) teilte mit, dass er im ersten Halbjahr einen deutlichen Gewinn nach einem Vorjahresverlust erreicht hat, was mit einer stärkeren Reifennachfrage seitens der Lkw-Hersteller und der Logistikunternehmen zusammenhängt. Zudem hatte das Vorjahresergebnis unter Restrukturierungskosten zu leiden. Michelin-Aktien verloren 1,5 Prozent.

Lafarge (ISIN FR0000120537 / WKN 850646) rutschten um 3,9 Prozent ab. Der Baustoffhersteller musste im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang hinnehmen. Der Umsatz lag mit 4,44 Mrd. Euro um 2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Der Nettogewinn verringerte sich dagegen um 15 Prozent auf 329 Mio. Euro. Um Einmaleffekte bereinigt lag der Nettogewinn bei 306 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 344 Mio. Euro).

Der Baustoffkonzern Saint-Gobain (ISIN FR0000125007 / WKN 872087) hat im ersten Halbjahr einen leichten Umsatzanstieg und einen Gewinnsprung erzielt. Die Umsatzerlöse stiegen um 4,3 Prozent auf 19,53 Mrd. Euro. Das Nettoergebnis konnte auf 501 Mio. Euro fast verdreifacht werden. Papiere von Saint-Gobain verloren dennoch 1,9 Prozent.

Der Einzelhandels- und Luxusartikelkonzern PPR (ISIN FR0000121485 / WKN 851223) verbuchte im ersten Halbjahr bei höheren Umsatzerlösen einen deutlichen Gewinnanstieg. So lag der Umsatz mit 8,14 Mrd. Euro um 3,6 Prozent über dem Vorjahreswert. Der operative Gewinn verbesserte sich auf 702,8 Mio. Euro, nach 455,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Die Aktie von PPR ging mit einem leichten Aufschlag von 0,3 Prozent aus dem Handel.

Wie die drittgrößte europäische Fluggesellschaft British Airways (ISIN GB0001290575 / WKN 872391) erklärte, hat sie im ersten Quartal einen größeren Verlust erwirtschaftet, was auf ausgefallene Flüge wegen Streiks beim Kabinenpersonal und der Aschewolke aus Island zurückzuführen ist. Der Nettoverlust belief sich auf 122 Mio. Britische Pfund (GBP), im Vergleich zu einem Verlust von 106 Mio. GBP im Vorjahr. Der Umsatz verringerte sich um 2,3 Prozent auf 1,94 Mrd. GBP. Analysten waren im Vorfeld von einem Verlust von 167,5 Mio. GBP und Erlösen von 1,89 Mrd. GBP ausgegangen. British Airways rückten im FTSE 100 in London um 1,7 Prozent vor.

Der österreichische Wettanbieter bwin (ISIN AT0000767553 / WKN 936172) und der in Gibraltar ansässige Glücksspielanbieter PartyGaming (ISIN GI000A0MV757 / WKN A0MV75) haben am Donnerstag angekündigt, sich zu einer gemeinsamen Gesellschaft zusammenzuschließen. Der Vertrag zur Umsetzung des Zusammenschlusses wurde bereits unterzeichnet. Papiere von bwin verbesserten sich im ATX um 1,6 Prozent. Dagegen verlor die Aktie von PartyGaming in London 3 Prozent.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.742,14 (-0,39 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.476,20 (-0,43 Prozent) EURONEXT 100: 656,75 (-0,38 Prozent) FTSE 100 (London): 5.258,02 (-1,05 Prozent) CAC40 (Paris): 3.643,14 (-0,24 Prozent) MIB (Mailand): 21.021,56 (-0,36 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.499,80 (-1,50 Prozent) SMI (Zürich): 6.200,78 (-0,32 Prozent) ATX (Wien): 2.483,86 (-0,91 Prozent) (30.07.2010/ac/n/m)



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